Berlin, 09. Juni 2026: – Am 5. Juni 2026 feierte die ora Kinderhilfe international e. V. im Interkulturellen Familienzentrum „aufatmen“ ihr 45-jähriges Jubiläum mit einem Festempfang. Die Veranstaltung brachte mehr als 50 Gäste aus Politik, Kirche, Zivilgesellschaft und Partnerorganisationen zusammen und bot Raum für Begegnung, Austausch und Rückblick auf 45 Jahre Engagement für Kinder und Familien in Afrika, Osteuropa und Deutschland.

Unter den Gästen und Rednerinnen und Rednern waren u. a. Camilla Schuler (stv. Bezirksbürgermeisterin Berlin-Lichtenberg & Bezirksstadträtin für Jugend und Familie), Gildas Mukunde (First Secretary, Embassy of Rwanda to Germany), Carmen Schöngraf (Vorständin der ora Kinderhilfe), René Sadowski (Vorsitzender des Aufsichtsrates der ora Kinderhilfe) sowie Eric Wehrlin als Schirmherr des Jubiläums.

Vor dem Hintergrund zunehmender globaler Krisen, wachsender Konflikte und einer Entwicklungszusammenarbeit, die politisch wie finanziell zunehmend unter Druck gerät, unterstrich der Festempfang die Bedeutung langfristiger, lokal verankerter Hilfe und starker internationaler Partnerschaften.

In ihrer Rede verwies Carmen Schöngraf, Vorständin der ora Kinderhilfe, auf die globalen Herausforderungen: „Weltweit gibt es derzeit rund 130 bewaffnete Konflikte und Kriege; mehr als doppelt so viele wie vor 15 Jahren. 240 Millionen Menschen sind aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen. Kriege, Flucht, Hunger, Klimafolgen, politische Instabilität und Armut treten gleichzeitig auf und verstärken sich gegenseitig.“

Mit Blick auf das Jubiläum betonte sie: „Was also feiern wir heute? Wir feiern, dass es seit 45 Jahren ein Werk gibt, das aus Gebet, aus Mut und aus Anpacken entstanden ist. Wir feiern, dass ora Kinderhilfe geblieben ist, auch als die Aufgaben schwerer wurden, die Wege länger, die Komplexität größer und die Fragen drängender. Wir feiern, dass aus Anteilnahme Verantwortung erwachsen ist, aus Hilfseinsätzen langjährige Partnerschaften entstanden sind und aus persönlicher Initiative eine verlässliche Organisation. Und wir feiern die vielen Menschen, die diesen Weg mitgegangen sind – die meisten über viele Jahre hinweg, manche immer wieder und manche einmalig im Rahmen von Katastrophenhilfeeinsätzen.“

René Sadowski, Vorsitzender des Aufsichtsrats der ora Kinderhilfe, hob die Bedeutung nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit hervor: „Wer Familien stärkt, stärkt die Zukunft von Kindern und damit die Zukunft von Gesellschaften. Wer Familien stärkt, arbeitet an Würde, Stabilität und Frieden.“

Die Bedeutung der Arbeit von ora Kinderhilfe für Berlin-Lichtenberg unterstrich Camilla Schuler, stv. Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg & Bezirksstadträtin für Jugend und Familie: „In meiner Rolle als Bezirksstadträtin für Jugend in einem Bezirk mit einer Kinderarmutsquote von 25 Prozent, sehe ich die riesigen Bedarfe an Angeboten und Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe tagtäglich.“ Sie würdigte ora Kinderhilfe als wichtigen Partner der lokalen Familienhilfe: „ora Kinderhilfe international steht exemplarisch für das große Engagement und die enorme fachliche Qualität der öffentlichen und freien Jugend- und Familienhilfe bei uns im Bezirk. Seit 2017 ist ora im Bezirk und hat sukzessive begonnen, die internationale Hilfstätigkeit um eine lokale in Lichtenberg zu ergänzen. ora Kinderhilfe erreicht heute jährlich 6000 Lichtenberger/-innen mit seinen Angeboten in den Familienzentren. ora bringt sich immer wieder mit eigenen, innovativen Ansätzen und einer enormen Hartnäckigkeit ein. Hier finden Familien in Raum für Begegnungen insofern baut ora an lebendigen Kiezen mit, in denen man sich kennt und auch hilft.“

Besondere Anerkennung fand auch das langjährige Engagement der Organisation in Ruanda. Gildas Mukunde, First Secretary der Botschaft der Republik Ruanda in Deutschland, würdigte die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und die nachhaltige Wirkung der Projekte: „Ihr Beitrag ist von großer Bedeutung. Sie haben mehr als 400 Menschen, darunter Kinder, unterstützt und damit rund 7.000 Menschen erreicht. Ihre Arbeit entspricht in besonderer Weise den Zielen unserer Regierung.“ Mit Blick auf das 20-jährige Engagement der Organisation in Ruanda ergänzte er: “Sie leisten weit mehr als lebenswichtige Hilfe. Sie leisten noch mehr. Sie engagieren sich in der Traumatherapie, bei Mikrokrediten und in der beruflichen Bildung. Sie spielen eine wichtige Rolle und helfen den Familien dabei, ihre eigene Zukunft zu gestalten, ihre Würde wiederzuerlangen und in die Selbstständigkeit zu kommen. Ihre Unterstützung ermöglicht es den Menschen, sich gegenseitig zu stärken und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.“

Der Festempfang machte deutlich: Gerade in einer Zeit globaler Unsicherheit bleibt verlässliche, werteorientierte und partnerschaftliche Entwicklungsarbeit unverzichtbar – nicht als abstraktes Konzept, sondern als konkrete Hilfe für Menschen und Gemeinschaften vor Ort.

Wie René Sadowski abschließend betonte: „Wer Hunger bekämpft, Bildung ermöglicht, Familien stärkt und lokale Strukturen fördert, investiert nicht nur in einzelne Projekte. Er investiert in Zukunft. In Würde. In Frieden. Und in Hoffnung.“ Redaktioneller Hinweis: Das Zitat von Gildas Mukunde wurde für diese Pressemitteilung aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

Quelle: ora-kinderhilfe.de

https://www.instagram.com/orakinderhilfe/

Foto:

45 Jahre ora Kinderhilfe – Festempfang, v.l.nr. Carmen Schöngraf (Vorständin der ora Kinderhilfe), Camilla Schuler (stv. Bezirksbürgermeisterin Berlin-Lichtenberg & Bezirksstadträtin für Jugend und Familie), Merlin Fürstenberg (Leitung Finanzen & Nationale Projekte, ora Kinderhilfe), Gildas Mukunde (First Secretary, Embassy of Rwanda to Germany), Markus Hollemann (ora-Pate)